
Der Geist der Leere - Nirgends fand ich den Geist der Leere, der für jeden Buddhisten und jeden Kampfsportler unerlässlich ist, so gut beschrieben wie hier. Indem man die Dinge erkennt, die existieren, kann man die erkennen, die nicht existieren.Für Kampfsportler gilt: Indem man alles ausprobiert, was es auszuprobieren gibt und alle eigenen Fähigkeiten vollkommen auslotet, gelangt man in den Zustand der Ausgeglichenheit. Hier und nur hier findet sich der wahre Meister.Diese kleinformatige aber hübsch gemachte Auflage besticht durch zahlreiche Zusatzinformationen. Wichtige Begriffe über die Kampfkunst und Die Lehre werden in Fußnoten umfangreich erklärt. Am Anfang befindet sich eine recht umfassende Biografie über Miyamoto Musashi, die deshalb schon so fasziniert, weil Musashi scheinbar tatsächlich nie einen Kampf verlor. Ob das nun daran lag, dass er ein großes Genie war oder daran, dass er so diszipliniert war, darauf hat Albert Einstein vermutlich eine Antwort: Das Genie besteht zu 90% aus harter Arbeit und zu 10% aus Inspiration.Beim Lesen Musashis fällt die völlige geistige Freiheit des Bushi auf. Keine Regel galt ihm etwas, keine Schule hielt er für die einzig wahre. Unbeschränktheit könnte man den Tenor seiner Schule nennen. Ich nenne es eine Schule, die alle Schulen ist. Daraus kann man lernen. Egal, worum es geht: Wer sich den Kopf nicht frei hält und alle Alternativen berücksichtigt, der kann auch nichts erreichen.
Der Geist des Samurai - Verglichen mit einer anderen Ausgabe von einem anderen Verlag spiegelt dieses Buch hier den wahren Geist des echten Musashi wider. Man muss sich schon mit Kampfkunst auskennen und sollte so wie hier auch aus dem Original übersetzen, um zum richtigen Ergebnis zu kommen. Ein ausgezeichnetes Beispiel ist, dass hier konsequent mit Schneiden übersetzt wird, wenn es um bestimmte Techniken des Schwertkampfes geht. Denn: genau das ist es auch: Schneiden. Ich könnte viele Beispiele aufführen, die diese Übersetzung in diesem schön gemachten Buch herausheben. Aber ich denke es reicht, ganz allgemein zu sagen, dass das hier meine Primärempfehlung für alle ist, die halt eben kein Japanisch können und deshalb nicht in den Genuss des Originals gelangen.Was gibt es über dieses Buch mehr zu sagen? Es ist der recht Geist. Wer Kampfkunst betreibt, der macht das ganz und gar. Keine Zelle des Körpers und kein Gedanke der Seele ist davon getrennt. Man lebt als Kämpfer und man stirbt als Kämpfer. Aber, der Kampf ist dem Samurai heilig. Und ich kann absolut nicht sehen, wieso das kein Vorbild für jeden sein sollte, so zu leben. Die Menschen sind eh viel zu gleichgültig geworden, und Ehrbegriffe bedeuten den meisten genauso wenig wie die Selbstzucht. Man will seine Gewinne möglichst schnell und möglichst ohne Arbeit, aber so spielt das Leben nunmal nicht. Wer gewinnen will, der muss auch was leisten und der muss auch was können.Es geht aber nicht (nur) ums Gewinnen, worin Musashi ja Meister war. Es geht um die Lebensführung selbst. Am Ende ist derjenige ein Kämpfer, der sich ganz der Ehre und dem Sieg über sich selbst verschreibt. Und ich kann mir kein Buch vorstellen, in dem dies besser zum Ausdruck kommt als in dieser doch recht umfassenden Biografie und diesem Anleitungsbuch Musashis und natürlich dem Riesenroman von Yoshikawa, den man am besten gleich mit bestellt! Gemeinsam vermitteln diese beiden Bücher genau die Atmosphäre, um die es geht, wobei der Leser bedenken sollte, dass das Buch der fünf Ringe von Musashi an seinem Lebensabend verfasst wurde. Dort hatte er die Abgeklärtheit des wahren Meisters erlangt und fand die Kunst des Zen im Schwert und das Schwert überall.
Bushido pur - Der Bushido, der Weg des Kriegers, ist mehr als nur Weg oder Kunst. Das Wort enthält auch die Idee von Gelehrsamkeit, Weisheit u.v.a.m. Das Wort Samurai bedeutet soviel wie dem Dienst ergeben und bezeichnet einen Bushi, der einem Lehnsherrn Treue schwor.>Das Buch der fünf Ringe< ist ein Buch von einem Ronin, einem Bushi (Krieger), der keinem Lehnsherr Treue schwor. Es handelt sich hierbei um Miyamoto Musashi, den berühmtesten aller japanischen Krieger, der von 1584 bis 1645 lebte.Musashi legt in diesem Buch seine Lehre Ichi-Schule zugrunde: Viele Jahre habe ich den Weg der Kriegskunst, den man Ni Ten Ichi Ryu nennt, trainiert. Und das merkt man. Der herausragende Schwertkampfmeister Japans hat seine Lehre in fünf Teilbücher unterteilt nach den fünf japanischen Elementen: Erde (Boden, Theorie, Timing und Ethik), Wasser (Geisteshaltung, Körperhaltung, Blick, Schwerthaltung, Beinarbeit, Schwertschläge, Haltung gegenüber Feinden), Feuer (örtliche Beschaffenheiten berücksichtigen, dem Feind zuvorkommen, schnelles kräftiges Zuschlagen, Furcht einjagen), Wind (geistige Flexibilität, Unabhängigkeit von Schulen) und Leere (das Einssein in Buddha).Abstrakt gelesen lässt sich Musashis Lehre nicht nur auf die Kampfkunst anwenden, sondern auch das ganze Leben. Man erkennt, wie abhängig das Erreichen eines Ziels davon ist, einen flexiblen Geist zu haben und diszipliniert zu lernen.
Taktik ist alles - Vorlieben oder Abneigungen hat wohl jeder. Schädlich sind sie allemal. Kampfkunst und Leben sind dasselbe. Man tut das Richtige und siegt, man tut das Falsche und nur Glück kann einen retten. Musashi und sein Leben sind ein Beispiel für das richtige Tun. Er verlor nicht einen einzigen seiner Kämpfe, und das hatte keineswegs nur etwas damit zu tun, dass er für den Kampf begabt war. Musashi hat nachgedacht. Und das sollte wohl jeder tun. Macht man etwas nur aus dem Bauch heraus oder weil man es so gelernt hat, ist der Sieg nicht sicher. Überdenkt man aber alles gründlich und hinterfragt sich selbst, hat man alles in der Hand. Der buddhistische und taoistische Weg ist der Weg der Leere. Leere ist, wenn man selbst nicht da ist. Das Ziel und das Tun stehen ganz vorne.
Der letzte große Samurai - Als der Samurai Tsunetomo Yamamoto irgendwann in der Edo-Periode so zwischen 1710 und 1716 den japanischen Ehrenkodex der Samurai einem Schreiber namens Tashiro Tsuramoto diktierte, war die große Zeit der Samurai längst vorbei. Wie immer, wenn es notwendig wird, Ehre und Prinzipien aufzuzeichnen und denjenigen näher zu bringen, die beides verloren haben, ist nichts mehr zu retten. Was wir im sagenhaften Film Last Samurai sahen, war ein Abgesang auf das, was den Samurai ausgemacht hatte, der schon viele Jahrzehnte früher begonnen hatte.Miyamoto Shinmen Musashi Fujiwara no Genshin, geboren 1584 in Miyamoto, gestorben am 13. Juni 1645 war der letzte große Samurai. Der Ehrenkodex, den Tsunemoto Yamamoto in den Hagakure (was soviel bedeutet wie Hinter den Blättern) aufzeichnete, war Miyamoto Musashi inne.Der einsame Samurai Musashi, der sein Leben der Kampfkunst, Ehre und der wahren Vervollkommnung des Wegs des Bushido (Weg des Kampfes, Kämpfers, Kriegers) gewidmet hatte, ist die Ausnahmegestalt, Sinnbild dessen, was Edward Zwick im Last Samurai so schön gezeichnet hat.Doch, Musashi war kein Anführer und auch kein Ronin im Dienste eines Daimyos (Fürsten), sondern er ging seinen Weg ganz allein. Ohne Lehrer, sondern die Lehre in allem suchend und findend, vervollkommnete er seine außergewöhnlichen Kampfkünste Jahr für Jahr. Unter Samurai und Ronin ungeschlagen, streifte er weitestgehend allein durch Japan immer auf der Suche nach Optimierung seines Weges. Auf seinem Weg begegnete er den Großen seiner Zeit und lernte von ihnen die Kunst der Dichtung, des Töpferns, der Malerei und vieles andere mehr - alles, um seine Kampfkunst zu verbessern. Er hatte erkannt, dass Der Weg alles umfasst und dass die Verbesserung einer Kunst das Wissen um andere benötigt.Im Laufe der Jahre entstand aus dieser Suche seine eigene Schule, die Ichi-Schule, die hier in seinem Buch Das Buch der fünf Ringe (jap. gorin-no-sho) in so ausgezeichneter Übersetzung mit vielen erklärenden Fußnoten zu japanischen Ehr- und Grundbegriffen der Samurai und einer ebenso ausgezeichneten Biografie mit Erläuterungen zu Musashi und Japan zu seiner Zeit vorliegt.Das Buch der fünf Ringe gilt heute weltweit als Klassiker der Kampfkunst, des Wegs der Zen-Lehre für Kampfkünstler und als Lehrbuch für Führungskräfte. Und diesen Ruf hat Das Buch der fünf Ringe keineswegs zu Unrecht. Musashi zeigt auch hier, dass wenn er einen Weg geht, dann geht er ihn ganz. Seine Lehre besticht nicht nur durch Logik, sondern auch durch einen ausgezeichneten Stil. Seine Analogien zur Handwerkskunst, dem Spiel und anderen Künsten zeigen deutlich, dass er Meister in allem war, was er begann und dass er diese Meisterschaft vervollkommnete.Wo auch immer heutzutage Taktik und Strategie, die Haltung im Kampf und im Erfolg, besprochen wird, fehlt das Zitieren des gorin-no-sho nicht. Und wer auch immer heutzutage eine Kunst erlernen will tut gut daran, die Haltung Musashis zu imitieren, wie sie in diesem Buch deutlich gezeichnet wird.